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Einwendungen der Gemeinde Ellerau zu dem Planfeststellungsverfahren für die Elektrifizierung der AKN-Strecke A1/S 21

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B e k a n n t m a c h u n g

Planfeststellungsverfahren für die Elektrifizierung der AKN-Strecke A1/S 21 zwischen der Landesgrenze FHH/SH und Kaltenkirchen
 
Abschnitt Quickborn – Ellerau

Planfeststellungsverfahren S 21

Der Anhörungs- und Erörterungstermin mit den Gemeinden und den sonstigen Trägern öffentlicher Belange (TöBs) hat am 12. Und 13. Juli in Kaltenkirchen, in den Räumen der AKN stattgefunden. Hinsichtlich der Forderung der Gemeinde Ellerau nach Beseitigung des höhengleichen Bahnüberganges hat es keine Einigung gegeben. Die gegensätzlichen Standpunkte blieben im Raum stehen. Allerdings ist die AKN verpflichtet worden, ein neues Verkehrsgutachten für den Bereich Bahnstraße / Ellerauer Straße / Einmündung Berliner Damm im Zusammenhang mit dem Bahnübergang zu erstellen. Hierzu ist in der 37. KW eine aktuelle Verkehrs-zählung durchgeführt worden. Das Gutachten selbst soll bis Jahresende vorliegen.
Wie geht es weiter?
Die Erörterung der Einwendungen von privater Seite sollen im November hier im Bürgerhaus durchgeführt werden, hierfür sind mehrere Termine vorgesehen. Danach folgen noch einzelne Erörterungstermine in Quickborn, bevor alles zusammengefasst an die Planfeststellungsbehörde in Kiel geht.

 


Einwendungen der Gemeinde Ellerau zu dem Vorhaben
 
1. Beseitigung des höhengleichen Bahnüberganges
 
Die Gemeinde Ellerau fordert den Vorhabenträger auf, im Zuge der geplanten Elektrifizierung und des zweigleisigen Ausbaus der AKN-Strecke A1 / S 21 eine Beseitigung des höhengleichen Bahnübergangs AKN / L 76 am Ortseingang von Ellerau vorzusehen. Ggf. ist diese Maßnahme als gesondertes Teilprojekt nach Eisenbahn-Kreuzungsgesetz unter möglicher Inanspruchnahme von GVFG-Fördermitteln.
 
Die Landesstraße 76 (L 76, Bahnstraße) kreuzt die Trasse der AKN-Strecke A 1 am Ortseingang der Gemeinde Ellerau in unmittelbarer Nähe der Einmündung der Landesstraße 234 (L 234, Berliner Damm). Die Verkehrsstärke der L 76 beläuft sich auf ca. 16.000 Kfz / 24 Std. (DTV 2015), die der L 234 auf ca. 12.000 Kfz / 24 Std. (DTV 2015). Infolge der bereits jetzt bestehenden Schrankenschließzeiten von bis zu 3,5 Minuten je Kreuzungsvorgang ergeben sich Rückstaulängen auf der L 76 von bis zu 800 m und auf der L 234 von bis zu 500 m. Diese Situation ist nicht nur für den Individualverkehr nicht mehr hinnehmbar, sondern ergibt auch für Rettungsfahrzeuge, Feuerwehrfahrzeuge und Krankentransporte Wartezeiten von 8 – 10 Minuten, die im Einzelfall lebensbedrohlich sein können. Es entsteht bereits jetzt tagtäglich ein hoher volkswirtschaftlicher Schaden durch die Rückstaueffekte auf den genannten Straßen infolge der langen Schrankenschließzeiten, der durch eine Beseitigung des höhengleichen Bahnüberganges signifikant verringert wird.  
 
Durch die geplante Anlage eines 2. Gleises wird der Kreuzungsbereich Schiene / Straße um etwa 33 m in östliche Richtung verlängert. Dadurch verlängern sich die Räumzeiten des Kreuzungsbereiches um ca. 15 Sec., so dass die Schrankenschließzeiten sich entsprechend ausweiten werden, was wiederum zu einer Verlängerung des Rückstaus auf den Landesstraßen 76 und 234 führen wird. Weiterhin ist eine Signalsteuerung der Einmündung Erleneck mit Schrankenanlage im Kreuzungsbereich vorgesehen, was nach hiesiger Einschätzung zu einer weiteren Behinderung des Verkehrsablaufs auf der Bahnstraße führt.    Die Planfeststellungsunterlagen enthalten hierzu bedauerlicherweise keine Angaben, wie überhaupt die Auswirkungen auf den Straßenverkehr gar nicht dargestellt sind. Dies wird als schwerwiegender Mangel angesehen, der einer Nachbesserung bedarf.
 
Darüber hinaus ist langfristig damit zu rechnen, dass sich die Taktfrequenz der S 21 im Zuge einer weiteren Entwicklung der Städte und Gemeinden an der S 21 von derzeit 20 Min. auf dann 15 oder gar 10 Min. verkürzen wird. Dies führt zwangsläufig zu einer Verlängerung der Schrankenschließzeiten und damit zu noch längeren Rückstauzeiten auf den genannten Straßen.
 
Die Gemeinde befürchtet durch die Beibehaltung des höhengleichen Bahnüberganges mit den dargestellten negativen Auswirkungen erhebliche Nachteile in Bezug auf die Verkehrsabläufe Berliner Damm / Bahnstraße durch ständigen Rückstau bis zur Ortsmitte sowie in östliche Richtung bis zur Friedrichsgaber Straße. Sie hat daher im Rahmen einer Machbarkeitsstudie (s. Anlage) nachgewiesen, dass eine Beseitigung des höhengleichen Bahnüberganges durch Unterführung der Straße oder Tieferlegung der Bahntrasse technisch machbar ist. Es ist davon auszugehen, dass die Individualverkehre zukünftig weiter anwachsen und sich dadurch die Rückstaueffekte weiter verschärfen werden, so dass eine Beseitigung des höhengleichen
Bahnüberganges unumgänglich wird. Hinzu kommt die zu erwartende enorme Lärmbelastung aus dem Schienenverkehr am gemeindeeigenen Gebäude Berliner Damm 2 (Rathaus), die mit 78 bzw. 79 dB(A) am Tage (Immissionsorte 22 und 26) in der schalltechnischen Untersuchung bei einer Taktfrequenz von 20 Minuten ausgewiesen sind. Der Immissionsgrenzwert beträgt 64 dB(A), es ist also eine Überschreitung von 14 – 15 dB(A) zu erwarten, die insgesamt unzumutbar ist. Unklar ist zudem, ob Überlagerungen aus dem Straßenverkehrslärm darin enthalten sind, so dass die tatsächliche Lärmbelastung aus Schienen- und Straßenverkehr möglicherweise noch um 2 – 3 dB(A) höher ausfallen dürfte. Aktive Lärmschutzanlagen sind gemäß Erläuterungsbericht zum Schallgutachten aus Sicherheitsgründen in diesem Bereich nicht möglich, es wird vielmehr auf passive Schutzmaßnahmen gemäß 24. BImSchV/8/ verwiesen, die in einem gesonderten Verfahren abgearbeitet werden sollen. Eine Prognoseberechnung mit einer höheren Taktfrequenz des Schienenverkehrs ist offensichtlich nicht erfolgt. Auch dies wird als Mangel angesehen, der behoben werden muss.
 
Die Belange des Schallschutzes, auch für die Wohnbebauung an der Bahnstraße / Erleneck auf Quickborner Gebiet, wären zum Beispiel durch eine Tieferlegung des Gleiskörpers, einhergehend mit einer Aufhebung des höhengleichen Bahnüberganges für alle Zeiten und alle Betriebszustände zufriedenstellend geregelt.
 
2. Lärmschutzwand-Lückenschluss von km 23,0+60 bis 23,1+83 (Nordseite)
 
Die Gemeinde Ellerau fordert vom Vorhabenträger den Lückenschluss der aktiven Lärmschutzanlagen auf der Nordseite von km 23,0+60 bis 23,2+83 = 123 m. Die nördlich angrenzende Fläche ist im F-Plan der Gemeinde als Wohnbaufläche ausgewiesen. Es ist damit zu rechnen, dass diese Fläche zukünftig einer Wohnbebauung zugeführt wird. Insofern müsste die Lärmschutzanlage in dem genannten Bereich vervollständigt werden, so dass ausreichender Lärmschutz nach der 16. BImSchV für Allgemeines Wohngebiet gegeben ist.
 
Weiterhin wird gefordert, die geplanten Lärmschutzwände südlich und nördlich des Gleiskörpers mit einer ausreichenden Anzahl an Fluchttüren auszustatten, damit im Havariefall eines Zuges (mit notwendiger Evakuierung) die Passagiere auf kurzem Wege aus der Gefahrenzone gebracht werden können. 
 
3. Verbindung Heideweg - Schulweg 
 
Nach den Planunterlagen ist die Aufrechterhaltung der Fußwegverbindung vom Heideweg zum Schulweg vorgesehen. Im Grunderwerbsplan ist die zu erwerbende Fläche „für notwendige Folgemaßnahmen“ ausgewiesen.  Seitens der Gemeinde wird gefordert, diese Fläche, nach Anlegung des Fußweges mit wassergebundener Oberflächenbefestigung, kostenfrei der Gemeinde zu übertragen, damit die Fußwegeverbindung vom Heideweg zum Schulweg als öffentliche Verkehrsfläche weiterhin Bestand hat.
 
4. Minimierungsgebot nach § 4 der 26. BImschV
 
Das Minimierungsgebot nach § 4 der 26. BImschV muss entsprechend der Verwaltungsvorschrift vom 18.12.2015 beachtet werden. Das bedeutet, dass das magnetische und elektrische Feld der Oberleitungsanlage nach dem Stand der Technik zu minimieren ist, unabhängig von den Personenschutz-Grenzwerten. Dies gilt für alle an die Bahntrasse angrenzenden Bereiche mit Bebauung, die nicht nur zum vorübergehenden Aufenthalt von Menschen bestimmt ist. Dabei ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu beachten und einzuhalten. 

 

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